OKF an einem Sonntagmorgen

Ortskontrollfahrt an einem Sonntagmorgen

Wir treffen uns mit den Rädern zwischen zwei Regenschauern am Potenberg /Ecke Bahnhofstraße. Einige Feriengäste auf dem Potenberg beladen ihre Autos und treten die Heimreise an. Der Blick in Richtung Pantower Weg über dem Schmachter See offenbart eine (trügerische) idyllische Ruhe, obwohl auch hier immer wieder bauliche Begehrlichkeiten geweckt werden. Unser Ziel: wir schauen uns unseren Ort an. Die übliche Sommerpause ( Sitzungspause der Gemeindevertretung ) ist schließlich vorbei. Auch wenn es bis jetzt keinen „richtigen“ warmen Sommer gab, und unsere Gemeindevertreter sich weiterhin zu wichtigen Themen getroffen hatten. Auch beim Landrat Dr. Kerth waren wir, aber dazu in einem gesondertem Artikel mehr. Weiter geht unsere Radtour zur Rabenstraße. Ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Bauschild kündigt auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei den Bau von komfortablen LifeStyle- Wohnungen an.

Wilder Parkplatz auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei

Ach ja, da war doch was. Hier haben wir den Offenlagebeschluss zum Bau von Ferienwohnungen abgelehnt. Geht doch! Schließlich befinden sich in weniger als 100 m Luftlinie die Häuser auf dem Potenberg. Und da haben wir einer Umnutzung zu Ferienwohnungen nicht zugestimmt.
Wir radeln runter in die Hauptstraße ( gefährliche Angelegenheit -Radwege wären nicht schlecht!-) und bereits die Verlängerung in Richtung Schmachter See offenbart, was viele Einheimische und Gäste bereits vor Wochen festgestellt haben:
Der Ort verkommt immer mehr, ist ungepflegt und es herrscht ein verkehrstechnisches „Wild West“ ! Das Unkraut wuchert ungestört vor sich hin… nicht nur in den Rabatten, auch unter Bänken und an Straßenlaternen könnten sich Schafe und Ziegen sattfressen.

Zum Vergleich: so sah es bereits Mitte Juli aus…
…heute

Zum Vergleich: so sah es bereits Mitte Juni aus…

Aber da nützt es auch nichts, wenn wir es gebetsmühlenartig immer wieder in den Ausschüssen und Gemeindevertretersitzungen wiederholen. Es passiert NICHTS! Hauptsache von der Bauamtsleiterin wird -ohne Auftrag!- ein Pflanzkonzept in bunten Farben beauftragt. Das haben wir aus genau diesem Grund abgelehnt. Wer unfähig ist Vorhandenes zu pflegen, der darf auch keine neuen teuren Pflanzen kaufen. Zusätzlich stellen für uns wild parkende Autos insbesondere in der oberen Hauptstraße ein Ärgernis dar. Wo ist das Ordnungsamt? Zumindest haben wir das Gefühl, dass hier jeder machen darf was er will.

Weiter in Richtung Dünenstrasse. Ehemalige Bernsteinklinik. Hier gibt es mittlerweile sehr intensive Gespräche mit den Käufern bzw. Investoren. Der rechtskräftige Bebauungsplan BP 7/8 aus dem Jahr 1999 erlaubt die Bebauung des Areals mit einem Hotel. Also versuchen wir als Gemeindevertreter darauf hinzuwirken, dass etwas Sinnvolles auf diesem Areal entsteht. Wir werden berichten, wenn es etwas Spruchreifes gibt.

Ehemalige Bernsteinklinik

Vorbei am IFA und Dünenpark radeln wir zum MZO- Gelände. Hier sollen in naher Zukunft u.a. Pflegewohnen, Seniorenwohnen und auch sogenannte Townhouses und ein Parkhaus entstehen. Die BfB hat beantragt, die geplanten 5 Villen mit ca. 90 Ferienwohnungen in allgemeines Wohnen umzuwandeln. Dazu muss jedoch der Bebauungsplan geändert werden, das kostet Zeit. Aber die ist es uns Wert! Wieder einmal stellen wir fest, dass der MZO-Parkplatz voll von Wildcampern ist. Kontrolle durch das Ordnungsamt: auch hier Fehlanzeige! Wir fragen noch kurz, ob die Zahnpasta schmeckt und fahren weiter in Richtung Prora. Aber die nächste Regenwolke kündigt sich an und so geht es zurück nach Binz zum ehemaligen EWE- Gelände. Hier findet zur Zeit wieder die Sandsskulpturenausstellung statt. Das Gelände wurde bereits vor Jahren durch ein Architekturbüro konzeptionell beplant (Unterkünfte für Rettungsschwimmer, Rettungswache, Vereinshaus). All das bräuchte unser Ort, aber Stillstand auch hier. Die Verwaltungsspitze ist wohl mit anderen Sachen beschäftigt. Und es gab und gibt ja auch noch „Corona“.
Zum Glück ist die Verwaltung wenigstens wieder offen und Anliegen können zeitnah vorgetragen werden.
Apropos Coronavirus: Gibt es den Krisenstab noch? Ist der Bürgermeister eigentlich fertig mit Masken verteilen?Oder wartet er auf die zweite Welle? Wieder in der Hauptstraße angekommen kaufen wir uns einen Kaffe to Go und machen eine Pause.
Ein Gewerbetreibender erzählt uns, dass der Ort immer dreckiger wird. Aber wem erzählt er das….

Saisoneröffnung 1.Mai – Stühle rücken statt Anbaden

Saisoneröffnung 1.Mai – Stühle rücken statt Anbaden

Heute am 1. Mai zur eigentlichen Saisoneröffnung war der Kurplatz des schönsten Ostseebades voller Stühle und Betten…ein stiller Protest, um auf die schwierige und existenzbedrohende Situation der Gewerbetreibenden aufmerksam zu machen. Mit dabei waren Vermieter, Gewerbetreibende, Mitarbeiter*innen vieler Unternehmen und Einwohner*innen aus Binz und Prora. Wie sehr dem Binzer Bürgermeister die weitere Existenz unserer Einwohner und Unternehmen am Herzen liegt zeigt sich daran, dass er durch Abwesenheit glänzte!

Der Protest erhielt viel Zuspruch, so dass auf Grund des Versammlungsverbot über 50 Personen zeitweise dazu aufgerufen werden musste, den Platz zu verlassen…

Hier der Aufruf der Initiatoren: